Wildbienen-Nisthilfen
Wer, wie, woraus, warum und was noch...
Eichenholz ist eines der witterungsbeständigsten einheimischen Hölzer. Im geschützten Außenbereich würden sich für Wildbienenhotels auch andere Holzarten wie z.B. Buche oder Obstgehölze eignen. Nicht zu verwenden sind Weichhölzer, da sich die Holzfasern in den Bohrlöchern (Brutgänge) bei Feuchtigkeit zu sehr aufstellen und dadurch die Flügel der Bienen verletzen.
Ich fertige die Nisthilfen (abgesehen von den kleinen schmalen zur Wandmontage) aus alten Eichenholz-Fachwerkbalken, die ich hierfür aufarbeite. Dafür gibt es einen einfachen aber wichtigen Grund: Lebensraum erschaffen ohne parallel Lebensraum zu zerstören. Denn auf einer gewachsenen Eiche leben eine Vielzahl von Insekten und auch Säugetiere. Würde ich das Eichenholz in einem Sägewerk oder Holzhandel kaufen, so wäre das unweigerlich ein Beitrag zur Abholzung von diesem wichtigen Lebensraum der „Eiche“. So kann ich und auch du als Käufer dazu beitragen, dass Fachwerkbalken aus Altholz nochmals eine wichtige Aufgabe bekommen. Zudem ist es auch eine rustikale und einzigartige Gartendekoration.
Die Eichenbalken sind teilweise über 200 Jahre alt, also sehr gut abgelagert. Doch Holz arbeitet immer. Deswegen können Risse im Balken entstehen. Wildbienen bevorzugen Brutgänge ohne Risse, wobei Ausnahmen bestätigen die Regel. In einem Wildbienenhaus befinden sich genug Brutgänge, dass auf das eine oder andere Bohrloch getrost verzichtet werden kann.
Die Wildbienenhotels fertige ich nicht aus dem Grund sie für Zuchtzwecke oder kommerzielle Anlagen zu verwenden. Sie sollen den Garten optisch bereichern, Beständigkeit demonstrieren und natürlich der ein oder anderen Wildbiene eine Nistgelegenheit bieten.
In unserer aufgeräumten Natur ist es wichtiger denn je, neue Lebensräume zu erschaffen. Bis zu 25% der Wildbienenarten nehmen künstliche Nisthilfen an (zumindest sagen das die Experten). Eine beachtliche Menge. Doch leider wird auch immer wieder hervorgehoben, dass diese Wildbienen keinen Schutz bzw. keine Nisthilfen brauchen, weil sie im Bestand nicht bedroht sind. Aber nehmen wir mal ein einfaches Beispiel aus der Vogelwelt... Die Feldlerche. Jeder hat schon von ihr gehört und die älteren Generationen kennen auch noch die auffliegenden Feldlärchenschwärme in den Wiesen. Früher war sie ein „Allerweltsvogel“, im Bestand nicht bedroht und überall zu sehen. Heute gilt sie in Deutschland als gefährdet, nachdem sie in wenigen Jahrzehnten teilweise dramatische Verluste erlitten hat. Wir müssen nicht erst warten bis ein Lebewesen kurz vor der Ausrottung steht um aktiv zu werden. Deshalb kann ich den Expertenmeinungen auch nicht immer zustimmen. Vorbeugen heißt hier das Zauberwort.
Jetzt kommt die spannenste Frage! Welche Wildbienen nisten überhaupt in solchen Wildbienenhotels? Bei über 500 Bienenarten sollen es ja bis zu 25% sein. Rein rechnerisch wären das über 100 Arten. Gerne angenommen werden die „Insektenhotels“ von Mauerbienen. Ganz oben steht hier die gehörnte Mauerbiene, dicht gefolgt von der rostroten Mauerbiene. Das ist aber noch lange nicht alles. Da wären noch verschiedene Scherenbienenarten wie z. B. die Hahnenfuß- und Glockenblumen-Scherenbiene. Stellvertretend für die Maskenbienen, die gewöhnliche Maskenbiene. Unterschiedliche Löcherbienen (z.B. Gekerbte Löcherbiene) und Blattschneiderbienen (z.B. Gartenblattschneiderbiene).
Die rein rechnerische Zahl von über 100 Arten ist aber eher nur die Theorie. Es kommt immer ganz darauf an, welche Arten in der Region vorkommen.
Ein Wildbienenhaus alleine reicht aber noch lange nicht. In der unmittelbaren Umgebung müssen ausreichend Nektar- und Pollen-Pflanzen vorhanden sein. Am sinnvollsten sind hier natürlich einheimische Blühpflanzen (kleine Auswahl im Shop). Auch sehr wichtig ist, dass das ganze Jahr über genug Pflanzen blühen. Sobald das Trachtband unterbrochen ist, verhungern unsere Insekten, dazu zählen ja auch z.B. die Schmetterlinge, Nachtfalter und Hummeln. Mit dem richtigen Lebensraum können sich über Jahre viele unterschiedliche Wildbienenarten in deinem Garten ansiedeln und auch deine Nisthilfe beanspruchen.